Pyrogen-Test: Wissenschaftliche Bewertung des Risikos einer Fieberreaktion in parenteralen Produkten
Parenterale Medikamente, Biologika, Impfstoffe, Zelltherapien, Infusionslösungen und medizinische Geräte, die mit Blut in Kontakt kommen, unterliegen den höchsten Sicherheitsstandards, da sie direkt in den Blutkreislauf oder das Gewebe verabreicht werden. Pyrogene Kontamination in diesen Produkten kann eine fieberhafte Reaktion bei Patienten verursachen, was zu schweren klinischen Bedingungen führt. Pyrogenprüfung Bietet eine biologische Bewertung des Potenzials eines Produkts oder Materials, eine Fieberreaktion im Körper zu induzieren. Unser Labor führt Pyrogentests gemäß Ph. Eur. 2.6.8 und USP §151 Standards, nach GLP-Prinzipien und mit einem Team erfahrener Toxikologen.
Die wissenschaftliche Grundlage und Bedeutung des Pyrogentests
Pyrogene sind Substanzen, die eine Fieberreaktion im Körper verursachen. Diese Substanzen können bakterielle Endotoxine (Lipopolysaccharide, die von den Zellwänden gramnegativer Bakterien freigesetzt werden), Zellwandkomponenten, die von grampositiven Bakterien abgeleitet sind, virale Kontaminanten, aus Pilzen gewonnene Substanzen, Feinstaub und sogar bestimmte chemische Stoffe umfassen. Pyrogene Reaktionen können zu hohem Fieber, Schüttelfrost, Hypotonie, septischem Schock und in seltenen Fällen zum Tod führen. Daher die sorgfältige Bewertung der Pyrogenkontamination—insbesondere bei intravenös verabreichten Produkten—ist von entscheidender Bedeutung.
Pyrogentests bieten eine umfassende Sicherheitsbewertung, die nicht nur bekannte Endotoxine, sondern auch Nicht-Endotoxin-Pyrogene abdeckt. In dieser Hinsicht unterscheidet es sich grundlegend vom LAL-Test (Limulus Amebocyte Lysate), der nur gramnegative bakterielle Endotoxine nachweisen kann. Einige biologische Produkte, Zelltherapien und komplexe Formulierungen können Pyrogene enthalten, die der LAL-Test nicht nachweisen kann; Daher sind Pyrogentests für diese Produkte unerlässlich.
Die Bedeutung der Pyrogenprüfung ergibt sich auch aus regulatorischen Anforderungen. Pharmakopöen-Monographien geben eindeutig an, welcher Test für bestimmte Produkte obligatorisch ist. Während beispielsweise Pyrogentests für biologische Produkte, Impfstoffe und Zelltherapien im Allgemeinen obligatorisch sind, kann der LAL-Test für einfache chemische Formulierungen und Infusionslösungen ausreichen. Je nach Art des Produkts und des Herstellungsprozesses kann es jedoch erforderlich sein, beide Tests durchzuführen. Pyrogen-Testergebnisse werden direkt für die Produktfreigabe, den behördlichen Genehmigungsprozess und die Patientensicherheit verwendet.
Comparative Analysis of Ph. Eur. 2.6.8 and USP <151> Standards
Ph. Eur. 2.6.8 (Europäisches Arzneibuch) und USP <151> (United States Pharmacopeia) bilden die beiden international anerkannten primären Referenzen für Pyrogentests. Beide Standards verfolgen den gleichen grundlegenden Ansatz: die Messung des Anstiegs der Rektaltemperatur nach intravenöser Verabreichung in einem Kaninchenmodell. Es gibt jedoch einige signifikante Unterschiede in der experimentellen Gestaltung und Interpretationskriterien.
In beiden Standards wird der Test an gesunden erwachsenen Kaninchen (vorzugsweise Neuseeland Weiß) durchgeführt. Zunächst werden drei Kaninchen verwendet; wenn die Ergebnisse nicht schlüssig sind, wird der Test mit fünf zusätzlichen Kaninchen (für insgesamt acht Kaninchen) wiederholt. Die Prüfsubstanz wird intravenös über die Ohrvene verabreicht; das Injektionsvolumen beträgt typischerweise 10 Milliliter pro Kilogramm, obwohl in der produktspezifischen Monographie unterschiedliche Volumina angegeben werden können. Die Temperatur wird rektal gemessen; die Messwerte werden in bestimmten Abständen vor und nach der Injektion aufgezeichnet (normalerweise alle 30 Minuten für drei Stunden).
Die Anfangstemperaturkriterien sind in beiden Standards ähnlich: Die Anfangstemperaturen der einzelnen Kaninchen müssen zwischen 38,0 und 39,8 °C liegen, und der Unterschied zwischen den Tieren darf einen Grad nicht überschreiten. Es gibt jedoch Unterschiede in den Akzeptanz- und Ablehnungskriterien. Laut Ph. Eur. 2.6.8 gilt das Produkt als pyrogenfrei, wenn der Gesamttemperaturanstieg bei drei Kaninchen 1,15°C oder weniger beträgt; wenn der Gesamtanstieg 2,65°C übersteigt, enthält das Produkt Pyrogene und der Test gilt als Fehlschlag. Ergebnisse, die zwischen diesen beiden Werten liegen, gelten als fragwürdig, und der Test wird mit fünf zusätzlichen Kaninchen wiederholt. Nach USP §151 beträgt das Akzeptanzkriterium 1,4 °C und das Ablehnungskriterium 2,8 °C. Im Acht-Kaninchen-Test beträgt das Akzeptanzkriterium 2,80°C für Ph. Eur. und 3,7°C für USP.
The table below provides a comparative summary of the key characteristics of the Ph. Eur. 2.6.8 and USP <151> standards.
| Merkmal | Ph. Eur. 2.6.8 | USP <151> |
|---|---|---|
| Tiermodell | Gesundes erwachsenes Kaninchen (New Zealand White) | Gesundes erwachsenes Kaninchen (New Zealand White) |
| Anzahl der Tiere | 3 (anfänglich); +5, wenn die Ergebnisse nicht eindeutig sind (insgesamt 8) | 3 (anfänglich); +5, wenn die Ergebnisse nicht eindeutig sind (insgesamt 8) |
| Verwaltungsweg | Intravenös (Ohrvene) | Intravenös (Ohrvene) |
| Akzeptanzkriterien (3 Kaninchen) | Gesamtanstieg ≤ 1,15°C | Gesamtanstieg ≤ 1,4 °C |
| Ausschlusskriterien (3 Kaninchen) | Gesamtanstieg >2,65°C | Gesamtanstieg > 2,8°C |
| Zweifelhafte Reichweite (3 Kaninchen) | 1,15–2,65°C → 5 zusätzliche Kaninchen | 1,4-2,8°C → 5 zusätzliche Kaninchen |
| Akzeptanzkriterien (8 Kaninchen) | Gesamtanstieg ≤ 2,80°C | Gesamtanstieg ≤3,7°C |
Hauptunterschiede zwischen dem Pyrogentest und dem LAL-Test
Der Pyrogentest und der LAL-Test sind zwei Bewertungsmethoden, die oft verwechselt, aber grundlegend unterschiedlich sind. Der LAL-Test ist ein in vitro Verfahren zum Nachweis nur gramnegativer bakterieller Endotoxine (Lipopolysaccharide). Dieser Test basiert auf dem Grundsatz, dass ein Lysat, das aus den Blutzellen der Hufeisenkrabbe (Limulus polyphemus) stammt, in Gegenwart von Endotoxinen eine Gerinnungsreaktion zeigt. Der LAL-Test ist schnell, wirtschaftlich und liefert quantitative Ergebnisse; er kann jedoch keine nicht endotoxinhaltigen Pyrogene nachweisen.
Der Pyrogen-Test hingegen ist ein in vivo Methode, die alle Klassen von Pyrogenen abdeckt. Mit diesem Test können bakterielle Endotoxine, grampositive bakterielle Produkte, virale Kontaminanten, aus Pilzen gewonnene Substanzen, Partikel und chemische Pyrogene nachgewiesen werden. Aus diesem Grund ist die Pyrogenprüfung obligatorisch, insbesondere für biologische Produkte, Impfstoffe, Zelltherapien und komplexe Formulierungen. Pyrogentests erfordern jedoch den Einsatz von Tieren, sind teurer, dauern länger und liefern keine quantitativen Ergebnisse (sie liefern nur qualitative Ergebnisse, die auf das Vorhandensein oder Fehlen von Pyrogenen hinweisen).
Die Wahl des zu verwendenden Tests hängt von der Art des Produkts und den in der Monographie des Arzneibuchs angegebenen Anforderungen ab. In einigen Fällen kann es notwendig sein, beide Tests zusammen durchzuführen. Wenn beispielsweise sowohl der Endotoxin-Grenzwert als auch das Gesamtpyrogenitätsprofil eines biologischen Produkts bewertet werden müssen, werden die LAL- und Pyrogentests komplementär verwendet.
Monozyten-Aktivierungstest (MAT): Eine moderne Alternative
Das Europäische Arzneibuch akzeptiert die Monozyten-Aktivierungstest (MAT) als Alternative zum Pyrogentest unter bestimmten Bedingungen. MAT ist eine in vitro Test, der die Produktion von Zytokinen (insbesondere IL-1β, IL-6 und TNF-α) durch menschliche Monozyten als Reaktion auf pyrogene Substanzen misst. Diese Methode deckt alle Klassen von Pyrogenen ab und eliminiert Tierversuche. MAT wird als vielversprechende Alternative angesehen, insbesondere für biologische Produkte und Zelltherapien.
However, product-specific validation and regulatory approval may be required for MAT to replace the pyrogen test. The suitability of MAT for each product must be evaluated based on the product’s composition, manufacturing process, and potential sources of pyrogens. Our laboratory offers MAT as an alternative to pyrogen testing and provides scientific consultation to determine the most appropriate testing strategy for your product.
Which Products Require Pyrogen Test?
Pyrogen testing is required for all products administered directly into the bloodstream or tissues that carry a risk of pyrogen contamination. Pyrogen testing is mandatory for parenteral drugs (injectable solutions, infusion fluids, intravenous drugs) because these products are administered directly into the bloodstream, and pyrogen contamination poses a life-threatening risk. Pyrogen testing is also mandatory for biological products (monoclonal antibodies, recombinant proteins, enzymes, hormones); the risk of pyrogen contamination is high in biological manufacturing processes, and the LAL test cannot detect all pyrogens.
Pyrogen testing is mandatory for vaccines (inactivated vaccines, toxoid vaccines, recombinant vaccines); since vaccines directly stimulate the immune system, the risk of inducing a pyrogenic response is high. Pyrogen testing is also mandatory for cell and gene therapies (CAR-T cells, mesenchymal stem cells, viral vectors); complex biological matrices can be a source of non-endotoxin pyrogens. Pyrogen testing may be required for medical devices (implants, catheters, dialysis machines, blood bags); in accordance with ISO 10993-11, device extracts may need to be evaluated for pyrogenicity.
Pyrogen testing is mandatory for dialysis and infusion solutions (peritoneal dialysis fluids, hemodialysis solutions, Ringer’s solutions); pyrogen limits are strictly controlled in products administered parenterally in large volumes. Pyrogen testing may also be required for certain topical products (ophthalmic solutions, certain wound care products); pyrogen control may be necessary for products applied to sensitive tissues such as the eyes and open wounds.
Conducting Pyrogen Tests in Our Laboratory
In our GLP-certified laboratory, we conduct pyrogen tests in accordance with Ph. Eur. 2.6.8 and USP <151> in full compliance with international standards. Our testing process begins with a comprehensive preliminary evaluation. The physicochemical properties of the test substance, available toxicity data, and the requirements in the pharmacopoeia monograph are reviewed. Based on this information, the most appropriate test protocol and test volume are determined.
Healthy adult New Zealand White rabbits are used for the test. A pre-test acclimatization period of at least seven days is implemented; this period allows the animals to adjust to laboratory conditions and minimizes stress factors. Rabbits weighing at least 1.5 kg are selected; their initial body temperatures should be between 38.0 and 39.8°C, and the difference between animals should not exceed one degree. Animals that have not been used in pyrogen testing within the past two weeks are preferred.
The temperature and humidity in the test chamber are maintained at constant levels (temperature: 20–24°C; humidity: 40–60%); noise and stress factors are minimized. The test substance is prepared as specified in the product monograph; all solvents, syringes, and equipment used are depyrogenized in advance. Injection is administered slowly intravenously via the ear vein; aseptic conditions are strictly maintained. Temperature measurements are taken using thermometers with calibration certificates or telemetry systems; measurement accuracy is ±0.1°C.
The observation period lasts at least three hours after injection; temperature is recorded every thirty minutes. The maximum increase relative to the baseline temperature is calculated and interpreted according to pharmacopoeia criteria. Veterinary supervision is provided during and after the test; appropriate intervention is performed in the event of a severe reaction. After the test, the animals are allowed to rest; a minimum of forty-eight hours is waited before reuse, and it is verified that the previous response was within acceptable limits.
One of our laboratory’s key advantages is that pyrogen test results can be directly integrated into your regulatory submissions. Complete study reports compliant with pharmacopeia templates meet the requirements of EU, U.S., and other international regulatory authorities. Additionally, by offering complementary and alternative methods such as the LAL test and the Monocyte Activation Test (MAT), we provide the most comprehensive pyrogen safety assessment for your product.
Häufig Gestellte Fragen
One of the most common questions we receive regarding pyrogen testing is which standard to choose between Ph. Eur. 2.6.8 and USP <151>. The choice depends on your product’s target market. While the Ph. Eur. standard is used as a reference in the European Union and many international markets, the USP standard applies in the United States and certain other regions. For global markets, a testing strategy compliant with both standards is recommended.
We are also frequently asked whether the LAL test can serve as a substitute for pyrogen testing. For some products, yes; for others, no. Pharmacopoeial monographs specify which test is mandatory for specific products. As a general rule, the LAL test may be sufficient only for simple chemical formulations that carry a risk of endotoxins; the pyrogen test is required for biological products and complex matrices.
There is also curiosity about whether the Monocyte Activation Test (MAT) can serve as an alternative to the pyrogen test. Yes; the European Pharmacopoeia accepts the MAT as an alternative to the pyrogen test under certain conditions. The MAT measures cytokine production by human monocyte cells in response to pyrogenic substances and covers all classes of pyrogens. However, product-specific validation and regulatory approval may be required. Regarding the test duration, the test itself takes one to two days; however, including animal acclimatization, pre-screening, and reporting, the total duration is typically two to three weeks.
Pyrogen testing is one of the cornerstones of the safety of parenteral products and medical devices. With our tests fully compliant with Ph. Eur. 2.6.8 and USP <151> standards, we evaluate your products’ potential to induce a febrile response with the highest scientific rigor. Our GLP-certified laboratory, with its experienced staff and state-of-the-art infrastructure, is your reliable partner for pyrogen testing needs. To demonstrate your product’s pyrogen safety, contact us.










